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Wenn der Geist Flügel verleiht

Drei Tipps für den meditativen Trainingserfolg

Frühlingszeit ist Trainingszeit. Viele haben jetzt das Bedürfnis, etwas für sich und ihre Gesundheit zu tun. Die körperliche Aktivität setzt neue Energien frei und wirkt oft belebend für Geist und Seele. Nicht selten kommen uns die besten Ideen beim Joggen im Wald oder auch beim Hanteltraining im Fitness-Studio. Hier nehmen wir uns Zeit für uns. Die Atmung wird rhythmisch und durch die körperliche Belastung vertieft. Die Gedanken können sich besser und freier entfalten und wir konzentrieren uns stärker auf unsere körperlichen Empfindungen. Kurzum, die besten Voraussetzungen für eine Meditation. Mit ein bisschen Übung lassen sich hier positive Synergieeffekte erzielen.

Auf Trapp bleiben und seinen inneren Ressourcen nachspüren

Im Coaching arbeitet man gern mit inneren Bildern als Ankerpunkten für die eigenen Ressourcen. Beispielsweise in der Psychosynthese werden diese Bilder in angeleiteten Übungen entwickelt und abschließend zusammen mit den damit verknüpften Emotionen fest im Bewusstsein implementiert. Als äußeres Symbol wird häufig ein Gegenstand ausgewählt, der an die hilfreiche innere Erfahrung erinnert und sie jederzeit wieder abrufbar macht. Je häufiger dieses Bild wieder hervorgerufen wird, desto stabiler ist der damit verknüpfte kraftspendende Effekt.

Diese Übung lässt sich zum Beispiel beim Joggen wunderbar einbauen. Wichtig ist dabei, dass man weniger das Geschwindigkeits- oder Entfernungsziel vor Augen hat, als vielmehr auf Atmung und Körpersignale achtet und diese bewusst wahrnimmt. Der Laufstil sollte entspannt und nicht verkrampft sein. Jetzt kann man sich auf die inneren Bilder konzentrieren und ihnen nachspüren. Dabei sollte man sich nicht unter Druck setzen. Manchmal lassen einen wichtige Themen oder Entscheidungen nicht los und die Gedanken kreisen nur darum. Unter dem Einfluss der Entspannung entwickelt sich häufig ein Lösungsansatz, der mit den eigenen Kraftreserven verknüpft ist. Körper, Geist und Seele werden harmonisiert, ein vielleicht langsamerer aber gesünderer Trainingserfolg stellt sich ein.

Visualisierendes Muskeltraining

Zeitliche Flexibilität, gezielter Muskelaufbau und regelmäßige Verschleißprophylaxe sind Vorteile des Trainings im Fitness-Studio. Es kann mitunter aber sehr eintönig sein. Eine Verbesserung des Trainingserfolgs bei gleichzeitiger mentaler Stärkung kann durch Imagination erzielt werden; zum Beispiel beim Schultertraining. Die Seitenhebemaschine ist für mich als Frau eine demütigende Trainingseinheit, da ich mit Minimalgewicht kaum meine fünfzehn Hübe schaffe. Vertiefe ich mich während des Trainings aber in eines meiner Kraftbilder – den über ein Meer fliegenden Seeadler – fällt es mir viel leichter und auf lange Sicht verbessere ich so beides: meine Schultermuskulaur und meine mentale Stärke.
Im Dienste des Coachings lässt sich dies weiterführen, indem man bestimmte Übungen mit positiv verstärkenden Programmierungen, wie sie aus dem NLP bekannt sind, verknüpft. Dies kann auf verbaler oder bildlicher Ebene oder auch synchron geschehen. Die körperliche Verknüpfung verschafft den neuen Glaubenssätzen eine nachfühlbare Präsenz und entfaltet so eine eindringlichere Wirksamkeit. Verstärkt man dies gezielt um den Aspekt des Nachspürens, trainiert man gleichzeitig die Achtsamkeit. Der Tendenz zur Automatisierung des Trainings kann man so gut entgegenwirken.

Im Coaching arbeitet man gern mit inneren Bildern als Ankerpunkten für die eigenen Ressourcen.

Der Weg wird zum Ziel – aber nicht ziellos

Das Schöne am Rad fahren ist die Kombination aus schneller Bewegung, der Möglichkeit, Neues zu entdecken und aus eigener Kraft gesetzte Ziele zu erreichen. Der Weg ist dabei genauso wichtig, wie das gesteckte Ziel. Etappen –also Teilziele- werden angesteuert und helfen, Durststrecken durchzustehen. Auch hier lässt sich die Freizeitaktivität im Sinne des Coachings nutzen.

In der Beratung wurde ein Ziel formuliert und in Teilziele differenziert. Visualisieren Sie diesen Prozess als geplante Fahrradtour. Benennen Sie die Etappen entsprechend Ihrer Teilziele und führen Sie die Tour als Übung durch. Sie werden erleben, dass das Erfolgsgefühl auch Auswirkungen auf die von Ihnen festgelegten Beratungsziele hat und ihr Erreichen in greifbare Nähe rückt. Ganz nebenbei beschäftigt man sich intensiver mit den gesteckten Zielen und den zugrunde liegenden Motiven und Erkenntnisprozesse können so leichter entstehen. Die Verknüpfung von erfolgreich zurückgelegtem Weg und zukünftiger Lebens- und/oder Karriereplanung hilft, manche Bedenken aus dem Weg zu räumen und stärkt das Selbstvertrauen.

Durch die Umformulierung findet zudem eine Überprüfung im Hinblick auf die Authentizität und Machbarkeit der gesetzten Ziele in entspannter von der eigentlichen Situation gelöster Atmosphäre statt. Dies kann für die weitere Beratung ausgewertet und positiv genutzt werden. Und ganz nebenbei haben Sie eine sportliche Freizeitaktivität zur Verbesserung der Zielorientierung genutzt. Dies bringt Sie nicht nur mental, sondern auch körperlich in Bewegung.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen jahreszeitlich inspirierten Gedanken neue Impulse für Ihre Beratertätigkeit geben konnte.

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