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Hochstapler? Als Berater von sich überzeugt sein

Im letzten Beitrag habe ich deutlich gemacht, dass man sich als Berater alle drei Jahre „häuten“ muss, um substanzielle Entwicklungssprünge machen zu können. Die zentralen Aspekte und Mechanismen dafür sind hier nachzulesen.

Eine Hürde, die viele von uns dabei überwinden müssen, ist das sogenannte Hochstapler-Syndrom. Dieses gilt es jedoch nicht nur zu meistern, wenn es um den nächsten Entwicklungssprung geht. Viele meiner Mentees sind Berater, die unter diesem Syndrom leiden. Auch wenn dies auf den ersten Eindruck ein wenig überzogen klingen mag – es ist tatsächlich so: Sie leiden regelrecht unter dem Hochstapler-Syndrom, weil es ihnen Energie absaugt, die andernorts dringend benötigt wird, weil es sie in ihrer Gelassenheit einschränkt und sie nicht das leisten lässt, was sie eigentlich vor Ort leisten könnten, und somit ihre Lebensqualität massiv negativ beeinflusst.

Die Symptome

Die Symptome des Hochstapler-Syndroms bei Beratern drehen sich allesamt darum, dass man sich wie ein Betrüger vorkommt: ein Betrüger, der sich irgendwie durch das Leben schummelt und die Früchte dessen, was er geleistet hat, nicht genießen darf, weil er sie eigentlich nicht verdient hat. Und der irgendwann entlarvt wird und für sein früheres Verhalten teuer zu bezahlen hat.

Im Einzelnen tauchen immer wieder folgende weitere Symptome auf:

  • das Gefühl, dass der eigene Erfolg, also das, was man bis heute erreicht hat, lediglich das Ergebnis von Glücksfällen ist;
  • die Annahme, dass man dieses Projekt nur deshalb bekommen hat, weil ein Freund einen empfohlen hat und es ja nur ein Folgeprojekt ist. Ohne diese Umstände sähe die Welt ganz anders aus!
  • die Überzeugung, irgendwann entlarvt zu werden;
  • die Angst, neue Themen anzugehen, weil man die ja nicht beherrscht (obwohl es dringend nötig ist, sich alle drei Jahre zu „häuten“ - nähere Informationen dazu finden Sie hier)
  • ein schlechtes Gewissen und damit ein nicht nachvollziehbarer Leistungsdruck, ein übersteigertes Pflichtgefühl und ein ebensolches Loyalitätsempfinden.

Die Folgen

Sie denken, das Ganze sei lächerlich und beträfe lediglich einzelne Personen? Nein, dem ist ganz und gar nicht so, denn zum einen ist das Hochstapler-Syndrom häufiger anzutreffen, als man denkt. Wenn Sie also das eine oder andere Symptom bei sich entdeckt haben, so befinden Sie sich in guter Gesellschaft! Zum anderen ist es keineswegs lächerlich, weil selbst schwache Ausprägungen dieses Syndroms dazu führen, dass man sich nicht optimal entfaltet, nicht sein volles Potenzial ausschöpft.

Folge dieses Syndroms ist, dass man nicht in einen „Wohlfühl-Entwicklungsflow“ kommt, bei dem man jedes Jahr mehr Umsatz macht, immer mehr neue Dinge anbietet und mit echtem Genuss für immer mehr und unterschiedliche Klienten einen hohen Nutzen liefert. Es kostet manchmal mehr als ein Jahr intensiven Mentorings, dieses Syndrom bei Beratern zu beseitigen (bei Interesse für das Mentoring: Hier finden Sie weitere Details)

Hinzu kommt, dass als Folge des Hochstapler-Syndroms nicht selten die Lebensqualität insgesamt eingeschränkt wird. Man macht sich unnötige Zukunftssorgen. Aufgrund dieser Sorgen tritt man nicht optimal am Markt auf, nimmt im Zweifelsfall Projekte an, die keine guten Projekte sind und auch nicht gut verlaufen, bis man wieder einmal „Glück“ hat … Ein lästiger Teufelskreislauf.

Die Überwindung des Hochstapler-Syndroms im täglichen Geschäft

Um das Hochstapler-Syndrom im laufenden Geschäft zu überwinden, machen Sie sich bitte klar, dass nichts, absolut nichts von dem, was Sie erreicht haben, auf Zufall beruht!

Es ist das Ergebnis Ihrer Arbeit – keine göttliche Fügung, kein Glück und nicht die Folge davon, dass jemand es gut mit Ihnen meinte. Ebenso wie Sie die volle Verantwortung für Rückschläge zu tragen haben, für Phasen, wo es mal nicht gut läuft, weil Sie es beispielsweise versäumt haben, kontinuierlich an Marketing- und Vertriebsthemen zu arbeiten, ist es Ihr Verdienst, wenn es rundläuft. Es liegt in Ihrer Verantwortung und ist die Konsequenz Ihres Handelns. Für vertiefende Informationen zu diesem und weiteren Aspekten bestellen Sie bitte unbedingt mein neues Buch „KONSEQUENZ. Management ohne Kompromisse“. Es gibt Ups and Downs. Aus den Downs lernen wir, sie sind Teil des Spiels. Und die Ups sind das Ergebnis unseres Lernprozesses.

Stimmt nicht, meinen Sie? Es gibt Zufälle? Die Sachen fügen sich ohne Ihr Zutun? Sie denken, es gäbe bei dem einen oder anderen Projekt wirklich keinen Zusammenhang zwischen dem, was Sie an Marketing und Vertrieb unternommen haben, und wie dieses Projekt „vom Himmel gefallen ist“? Willkommen im Kreise derer, die am Hochstapler-Syndrom leiden! Meinen Sie wirklich, dass Sie oder ich erkennen können, was die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge sind? Meinen Sie wirklich, dass aus A unweigerlich B folgt? So einfach ist die Welt nicht. Komischerweise gibt es immer mehr „glückliche Fügungen“ und „Zufälle“, je mehr wir leisten, je mehr wir an uns und den betreffenden Themen arbeiten. Die Zusammenhänge sind so komplex, dass weder Sie noch ich sie wirklich erkennen können. Machen Sie sich das klar.

Den nächsten Entwicklungssprung meistern

Impostor Syndrome (der englische Begriff für das Hochstapler-Syndrom) hin oder her: Wie Sie trotz oder gerade mit diesem Syndrom dafür sorgen, dass Sie regelmäßig echte Erfolgssprünge machen (so wie ich es hier von Ihnen fordere: „Das Beraterlaufband. Wenn Berater und Trainer auf der Stelle treten“), erörtern wir im nächsten Beitrag.

Ihr Matthias Kolbusa


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