„Erfolgreich ist, wer einmal mehr aufsteht, als er hingefallen ist.“ Winston Churchill

Irgendwann stellt sich jeder Mensch einmal die Frage, worin der Sinn des Lebens besteht, und wir Berater grübeln zuweilen darüber, was der Sinn unseres Beraterdaseins ist: „Warum mache ich das überhaupt?“ oder sogar: „Warum tue ich mir das an?“ Eine berufliche Sinnkrise hat wahrscheinlich jeder schon einmal durchgemacht, die meisten sogar mehrere. Wie Sie konstruktiv damit umgehen können, möchte ich Ihnen hier darlegen.

Manch einen überfällt der Selbstzweifel plötzlich und wie aus heiterem Himmel, bei anderen schleicht er sich immer weiter heran, bis man ihm nicht mehr ausweichen kann. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ich kenne einige Berater, die zwar durchaus erfolgreich sind, aber Überdruss empfinden. Andere verlieren einen Auftrag, in den sie große Hoffnungen gesetzt haben, und wieder anderen geht auf einer Durststrecke die Luft und die Lust aus.

Unvermittelt fragt man sich: Ist das mit der Beratung wirklich das Richtige für mich? Bin ich überhaupt für die Selbstständigkeit geschaffen?

 

Die Leidenschaft kann leiden, aber selten für immer

Wenn die Zweifel berechtigt sind, sollte man sich das ehrlich eingestehen und die entsprechenden Konsequenzen ziehen. So weiß ich von Ärzten und Anwälten, die ihre Praxis oder ihre Kanzlei aufgegeben haben und heute in einer Klinik oder als Justiziar eines Unternehmens glücklich sind. Dennoch gilt es, sich die Entscheidung nicht leicht zu machen: Sie fundiert zu treffen dauert seine Zeit, und auch in akuten Krisen muss man sich vor Kurzschlussentscheidungen hüten.

Wenn Sie grundsätzlich eine Leidenschaft für die Unterstützung von Menschen oder ihre Organisationen empfinden, dann wird Sie diese nicht einfach verlassen. Ohne diese Leidenschaft hätten Sie den Schritt in die Selbstständigkeit nicht geschafft, oder der Erfolg hätte sich gar nicht erst eingestellt. Nur weil es gerade schwierig wird, muss man nicht alles infrage stellen!

 

Krisen Schritt für Schritt bewältigen

Der österreichische Neurologe, Psychiater und KZ-Gefangene Viktor Frankl war der Meinung, dass es nicht darum geht, den Sinn des Lebens darin zu suchen, was wir noch vom Leben zu erwarten haben, sondern die Aufgaben zu erfüllen, die einem das Leben stellt. Sinn ergibt sich durch Handeln, nicht durch Nachdenken oder Reden. Das Reden und eine breit angelegte Kommunikation werden somit in gewisser Hinsicht überbewertet.

Wenn wir die Aufgaben des Lebens erfüllen, stellt sich immer die Frage, in welchen Kontext wir uns begeben. Welche Aufgaben erwarten uns dort, die wir zu meistern haben? Sind wir im Beratungskontext unterwegs, weil wir die Aufgaben dort lieben und Leidenschaft für Menschen und ihre Entwicklung empfinden, wirft uns eine Krise nicht um. Es gilt einfach, das Naheliegende Schritt für Schritt zu erledigen. Wir definieren uns über das, was zu tun ist, und nicht über das, was uns plagt oder droht.

 

Der Umgang mit sich selbst

Damit uns das gelingt, müssen wir uns Gedanken über den Umgang mit uns selbst machen, denn dieser ist unglaublich wichtig. Dazu gehört beispielsweise, sich selbst ein Freund zu sein. Hier einige weitere Hinweise, was noch beachtet werden sollte:

Verheizen Sie sich nicht selbst

Wenn wir uns zu viel vorgenommen haben und das einfach nicht zu schaffen ist, bringt es nichts, alles weiterlaufen zu lassen, bis man umkippt. Es gilt, bewusst mit der Krise umzugehen: zu erkennen, dass wir verzweifelt oder ausgebrannt sind, und das auch zu akzeptieren, ohne deswegen Schuld oder Scham zu empfinden.

Eine Auszeit ist keine Schande

In der Ruhe Kraft finden

Was würden Sie Ihrem besten Freund oder Ihrer Freundin sagen? „Zieh das jetzt durch“ oder: „Das bringt nichts, du hast keine Energie. Bevor der Workshop eine Katastrophe wird, zieh dich lieber drei Tage aus der Sache raus.“ Diese Außenperspektive hilft uns sehr, denn für andere sind wir meist ein besserer Ratgeber als für uns selbst. Wenn wir den Tiefpunkt unserer Leistungsfähigkeit erreicht haben, können wir nicht, sondern müssen wir eine Auszeit nehmen.

Die Balance finden

Die Balance zwischen einem sozial erfüllten Leben, den beruflichen Anforderungen und dem Bedürfnis nach Sport oder Kultur ist notwendig, aber schwer zu finden. Bestürmt uns das Gefühl, überfordert zu sein, muss Abstand her. Schalten Sie das Telefon aus und vergessen Sie Ihre E-Mails. Legen Sie sich ganz bewusst den lieben langen Tag auf die Couch oder tun Sie das, wozu Sie gerade Lust haben. Wenn Sie mögen, lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf, gehen Sie spazieren oder in die Ausstellung, die Sie sich schon so lange ansehen wollen. Versuchen Sie, sich eine Struktur zu geben, die solche Fluchten begünstigt. Sie sind Gold wert!

Geben Sie sich eine Struktur, um auch mal keine Struktur zu haben

Ich habe einschlägige Erfahrungen mit Erschöpfungszuständen gemacht und weiß, dass ich alle zwei bis drei Monate vier Tage einplanen muss, an denen nichts Verpflichtendes ansteht. Andernfalls zwingt mich früher oder später ein Leistungstief zu einer Zwangspause, die umso länger dauert. Mittlerweile habe ich einige Disziplin darin entwickelt, an diesen Tagen tatsächlich die Seele baumeln zu lassen. Das habe ich mit mir selbst verabredet und weiß, wie sinnvoll es ist.

Mit der Struktur und der Disziplin, auf genau diese Struktur und Disziplin von Zeit zu Zeit bewusst zu verzichten, führe ich ein entspannteres und zufriedeneres Leben! Genau das können Sie auch!

Ihr Matthias Kolbusa

 


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Wann: 02.10.2020, ab 09.00 Uhr
Wo: Livestream
Modus: Interaktiv

Anmeldung und weitere Informationen 

 

Written by : Matthias Kolbusa

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